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Kumpfmühl – Teil des Donaulimes und somit Welterbe-Standort

Das Kohortenkastell in Regensburg-Kumpfmühl wurde um das Jahr 80 n. Chr. ursprünglich aus Holz erbaut. Die Gründung des Kastells fällt auf die Regierungszeit des Kaisers Vespasian (69-79 n. Chr.) bzw. seines Sohnes Titus (79-81 n. Chr.). Als Besatzungen werden die cohors III Britannorum quingenaria equitata und die cohors II Aquitanorum diskutiert.

Der Ausbau des Kastells in Stein wird auf die Zeit der Herrschaft des Kaisers Trajan (98-117 n. Chr.) bzw. Hadrian (117-138 n. Chr.) datiert. Die Fläche des Kastells betrug ca. 2,1 ha in der ursprünglichen Form (Holz-Erde-Kastell) und nach der Umwehrung des ersten Steinkastells, ca. 2,8 ha nach der Erweiterung des zweiten Steinkastells. Um das Kastell entwickelte sich ein Vicus mit Kastellbad, einem Rathaus und so genannten hölzernen und steinenen Streifenhäusern. Es wurde nachgewiesen, dass dort auch eine Ziegelei, Töpfereien und Werkstätten existierten.

Das Ende des Kumpmühler Kastells und seine Zerstörung brachte ein Überfall der Markomannen um 170 n. Chr. Heute ist von dem Kohortenlager nichts mehr zu sehen. Wenige Jahre danach legten die Römer mit Castra Regina ein zweites Kastell an. Seit 2021 gehört Kumpfmühl (Kastell und Vicus) als Teil des Donaulimes zum UNESCO-Welterbe.

Lagerdorf–Vicus

Zum Kastell gehörte eine zivile Siedlung, das so genannte Kastellvicus oder Lagerdorf, was typisch für die römische Kaiserzeit war. Die Größe des Vicus in Regensburg-Kumpfmühl betrug ca. 20 ha und entwickelte sich gleichzeitig mit dem Kastell. Die meisten Bewohner des Lagerdorfes kamen zusammen mit den Truppen. Zu ihnen gehörten u.a. Händler, Schausteller, Handwerker, Wahrsager und die Familien der stationierten Soldaten. Vermutlich lebten im Vicus Kumpfmühl auch Sklaven. Besonders zu schätzen wussten die Römer das Bad. In Kumpfmühl befand sich diese Badeanlage an der heutigen Einmündung Gutenbergstraße in die Bischof-Wittmann-Straße. Außerhalb des Lagerdorfes lagen, meistens entlang der Hauptstraßen, die Gräberfelder. Für das Kumpfmühler Kastell wurden durch Grabungen in den 70 Jahren Brandgräber nachgewiesen.

„Kumpfmühler Schatz“

1989 wurde während der Bauarbeiten „Am Kumpfmühler Kastell“ (nördlich der Stadtpfarrkirche St. Wolfgang) einer der bekanntesten römischen Funde Regensburgs entdeckt – der „Kumpfmühler Schatz“. Der Schatzfund besteht aus 638 Bronze-, Silber- und Goldmünzen und Schmuck (darunter befand sich auch ein kleiner Silberbecher) und wurde vermutlich in der Zeit der Markomannenkriege (166-180 n. Chr.) innerhalb des Lagers verborgen. Der Fund war in einem Bronzekessel deponiert und konnte vollständig geborgen wurden. Die ältesten Prägungen stammen aus dem 2. Jh. v. Chr., die jüngsten aus der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel (161-180 n. Chr.). An Schmuck fanden sich auch Armringe, welche in der Provinz Pannonien verbreitet waren. Heute ist der Kumpfmühler Römerschatz im Historischen Museum der Stadt Regensburg ausgestellt.

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