Phantastische Kuzenko-Ausstellung in THERESIA-Kumpfmühl
Eine im wahrsten Sinne „Phantastische Ausstellung“ findet zurzeit in der profanierten Kirche Theresia in Kumpfmühl statt. Der Künstler Oleg Kuzenko zeigt Werke, die vielfach von realer Figürlichkeit ausgehen, aber hinübergleiten in einen surrealen Zusammenhang, ins Reich der Phantasie.
Bei der Vernissage am Sonntag, den 1. März – in der Regensburger Zeitung durch einen Veranstaltungs-Tipp angezeigt – fanden sich rund 200 Besucher ein, die durchweg begeistert waren. Für die meisten war es eine neue Erfahrung, die ehemalige Kirche THERESIA als Kunst-Ausstellungsort zu erleben. Laut dem Initiator und Hauptkurator der Ausstellung Hubert H. Wartner, dem Ehrenvorsitzenden des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg-Kumpfmühl e. V., war es ein ausgesprochenes Ziel des Veranstalters, „die Nachhaltigkeit und würdige Nutzung des früheren Gotteshauses angemessen zu verdeutlichen“.
Damit wird auch eine Vorstellung des neuen Hausherrn der Kirche, Thomas Dietlmeier vom Immobilienzentrum Regensburg, ideal in die Tat umgesetzt, die ehemalige Kirche THERESIA zu einem „RAUM FÜR IDEEN“ umzuwandeln, sie zu einem Kulturmittelpunkt für Kumpfmühl, aber auch für die ganze Stadt Regensburg werden zu lassen.
Oberbürgermeisterin Gertud Maltz-Schwarzfischer hob in einem Grußwort die beispielhafte Integration des aus der Ukraine stammenden Künstlers Oleg Kuzenkos in Regensburgs Kulturleben hervor. Kuzenko übersiedelte 1994 in unsere Donaustadt. Die Oberbürgermeisterin nannte es einen Gewinn, dass nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch in den Stadtteilen Kultur gelingt, hier in Kumpfmühl in ganz ausgezeichneter Form.

Bekanntermaßen hat der Orden der Karmeliten vor fast zwei Jahren die Kirche wegen Nachwuchs- und Finanzmangel aufgegeben, sie der Säkularisierung preisgegeben. Viele sakrale Einrichtungsgegenstände – Altäre, Kanzel, Kreuzweg, Statuen etc. – wurden an Interessenten im Osten verkauft. Da wo einst die Seitenaltäre standen, klaffen „Wunden“ – ausgebrochene Mauerlücken. Trotzdem steht die Kirche noch unter Denkmalschutz.
Der Künstler Oleg Kuzenko wusste den Kirchenraum so geschickt zu bestücken, dass ein ästhetisches Kunsterlebnis möglich wurde. „Hier wird die Erde rund“ – so das Motto seiner Ausstellung. Kunst soll für Menschen nach Kuzenkos Aussage das Leben des Menschen erfüllen und vertiefen, eine Bereicherung des Menschseins werden.
Rund 130 Objekte werden von Kuzenko präsentiert, zum größten Teil Gemälde, Graphiken, aber auch – eine besondere Spezialität von ihm – viele bemalte Holzobjekte und einige Bronzeguss-Stücke. Ausgangspunkte sind bei ihm meist realistische Figuren oder Figurengruppen, überraschend durch Illusion verfremdet. Hier unterscheidet sich Kuzenko von anderen bekannten Vertretern des Phantastischen Realismus, etwa dem Maler Ernst Fuchs (Wien) oder Manfred Sillner (Abensberg). Während Fuchs sich oft mystischen oder religiösen Thematiken zuwendet und Sillner lokalbekannte Architekturszenerien bevorzugt, steht der Mensch bei Kuzenko im Mittelpunkt.

Kuzenko greift durchaus auch kritisch zeitgenössische Thematiken und Fragestellungen auf. So geißelt er beispielsweise in seinem Gemälde „Vatermord“ (2017) das Phänomen, dass in Afrika und Lateinamerika selbst Kinder und Jugendliche zum Waffendienst herangezogen werden und ideologisiert selbst Väter erschießen. Im Gemälde „Arche 2“ (2018) thematisiert er die Flüchtlingsproblematik, die unter der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Satz „Wir schaffen das!“ zur umstrittenen Hilfsaktion wurde. Im Gemälde „Politisches Karussell“ (2019) ironisiert er die Auftritte von Politikern als Schaustellbetrieb. Im Gemälde „Greta“ (2020) bezieht er sich auf die kompromisslose Forderung der schwedischen Schülerin Greta Thunberg nach notwendigem Klimaschutz gegenüber der Politik.
Der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl e. V. hat mit seinem 1. Vorsitzender Dr. Rainer Girg hat die Ausstellung als einen Höhepunkt im ersten Halbjahr 2026 in sein Programm genommen und sorgt für den organisatorischen Ablauf. Die Ausstellung in THERESIA dauert noch bis 15. März, täglich geöffnet von 10-13 Uhr und 16-19 Uhr. Bei der Finissage am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr werden Preise einer Lotterie verteilt, Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.
